Hans-Christian Jaenicke + Alexander Goretzki
 
St.Matthew-Passion-Tape


Konzert-Performance für 2 Akteure und präpariertem Kassettenrekorder, an säkularem Ort, zu säkularer Zeit


Aus einem eingeschalteten, lautsprecherverstärkten Kasettenrekorder wird das Tape herausgezogen - deformierte Musik ist zu hören. Wem die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach, eines der größten Werke der abendländischen Musik, vertraut ist, erkennt sie trotz der Tempo- und damit verbundenen extremen Tonhöhenschwankungen, trotz des Stillstands, der Pausen.
Elektronik und klassisches Instrumentarium erweitern die neuen Situations- und Klangbilder. Aber nicht nur das musikalische Werk wird durch die beiden Akteure neu geformt, individualisiert, „vermenschlicht“, sondern auch das Tape selbst. Das Magnetband ist, wenn es das Archiv, die Kassette, verlässt, nicht mehr Dokumentationsmedium, sondern souveränes Objekt. Es gewinnt ganz eigene Ausdrucksmöglichkeiten. Ein Rezitativ von 3 Meter Länge läßt sich beispielsweise 9 mal über den Arm schlagen oder kann, in Stücke zerschnitten, vom Wind weggeweht werden.
In st-matthew-passion-tape verknoten sich inhaltliche, visuelle und akustische Ebenen zu einem situativen Szenario mit offenem Ausgang.

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